Wer im Internet sucht, der nutzt Google. So sieht es zumindest bei dem Großteil der Nutzer aus, lediglich ein Bruchteil verteilt sich noch auf andere Suchmaschinen wie etwa Bing. Bekanntlich stößt Google dennoch nicht überall auf Gegenliebe, kann es sich aufgrund seiner Monopolstellung aber durchaus herausnehmen, beispielsweise Nutzerdaten bis ins kleinste Detail zu analysieren oder diese für die eigenen Zwecke zu nutzen. Wer sich Datenschutz und Privatsphäre während des täglichen Surfens im Web wünscht, ist bei Google also nur bedingt gut aufgehoben. Das hat sich ein europäisches Unternehmen aus Frankreich zunutze gemacht und möchte fortan eine Alternative anbieten: Qwant.

„Wir wissen, dass die Menschen sich Gedanken um ihre privaten Daten machen und auch einen Anbieterwechsel in Betracht ziehen, um diese zu schützen.“ – Alberto Chalon, Managing Director von Qwant

Suchergebnisse und Nutzerdaten werden nicht gespeichert

Tatsächlich ist Qwant bereits seit 2014 auf dem Markt aktiv, konnte bisher aber nur mehr schlecht als recht durchstarten. Eine aktuelle großangelegte Werbekampagne soll das nun ändern und die Nutzer von den Vorteilen der datenschutzfreundlichen Suchmaschine überzeugen.

Eigenen Angaben zufolge sammelt Qwant keine Daten über die Nutzer und verzichtet demnach freiwillig auf die wohl wichtigste Ressource, die im Internet gehandelt wird: Informationen. Maßgeschneiderte Werbeanzeige, so wie Google sie ausspielt, sind demnach nicht möglich. Zwar nutzt auch Qwant Werbung, dafür kommt jedoch keinerlei Tracking zum Tragen, sodass sie für alle User gleich aussieht. Privatsphäre ist damit das wichtigste Argument, das Qwant im Kampf gegen Google bieten kann.

Wie gut sind die Suchergebnisse von Qwant?

Google punktet vor allem mit seiner guten Ergebnisausspielung, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Suchmaschinen. Kann Qwant hier überhaupt mithalten? Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten setzt Qwant auf einen eigenen Suchindex, den sich Nutzer wie eine Art Inhaltsverzeichnis des Internets vorstellen können. Für viele kleine Suchmaschinen ist die Erstellung eines solchen Indexes zu aufwendig, weshalb sie lediglich eine andere Oberfläche aufweisen und ihre Anfragen letztendlich doch an Google oder wahlweise Bing weiterleiten. Qwant geht hier einen anderen Weg und bietet damit eine echte Alternative, die sich zumindest für einen genaueren Blick lohnt.

Angepeilt haben die Franzosen übrigens einen langfristigen Marktanteil von 5-10 Prozent in Europa – damit will Qwant demnach keineswegs Google übertrumpfen, sondern vorerst nur „im Geschäft mitmischen“.