Jeweils zum Ende des Jahres trifft sich im schönen Salzburg sowohl die deutsche als auch die österreichische SEO- und Onlinemarketing-Szene um gemeinsam in der Brandboxx an der OMX und der SEOkomm Konferenz teilzunehmen. Für uns war es die erste OMX und wir können sagen: Die hohe Qualität die wir von Veranstalter Oliver Hauser nebst Gemahlin Uschi Hauser von der SEOkomm gewohnt bin findet sich nahtlos auf der OMX wieder. Dafür ein großes Danke von uns an Oliver und Uschi sowie an alle helfenden Hände, die Moderatoren sowie den Fachbeirat. Ganz großes Kino. Aber genug der einleitenden Worte. Wie waren Sie denn nun im Detail, die Vorträge der OMX 2017?

Keynote: Die Kunst digitaler Verführung II

Karl Kratz hielt die Keynote auf der OMX und brachte bereits am die Synapsen bereits am frühen Morgen mit seinen Denkanstößen zum Glühen. Dabei zeigte er in bekannter Karl-Manier wie etwa Designer, Texter und Online Marketing Manager die Aufmerksamkeit von Website-Besuchern lenken und damit die gewünschte Wahrnehmung und Realität erschaffen können.

Wer bereits in der Vergangenheit einen Vortrag von Karl sehen durfte weiß, dass Karl viele praktische Beispiele in seine Vorträge integriert. So wurde den OMX-Besuchern in den vorderen Sitzreihen das Thema Sensorik schlagartig bewusst als Karl zuerst mit Worten Erinnerungen an Omas Apfelkuchen beschwor um direkt im Anschluss einen herrlich duftenden Apfelkuchen im Saal auszupacken.

Takeaways:

  • Website Betreiber müssen sich mehr in die Lage des Kunden versetzen.
  • Produkte sollen den Besuchern nicht bloß vor die Füße „gekotzt“ werden. Stattdessen müssen wir bei unseren Kunden die gewünschte Wahrnehmung erschaffen um ihn im Anschluss bestmöglich zu dem richtigen Produkt bzw. der richtigen Dienstleistung leiten zu können.
  • Aussage von Karl: Unsere Webseiten müssen doppelt so geil sein wie der Typ (Verkäufer) der gar nicht auf der Seite ist

Tarife.at Case Study – Mit Taschengeld gegen Millionenbudgets

Maximilian Schirmer hat auf der OMX 2017 eindrucksvoll gezeigt, wie man: mit wenig Eigenkapital, während des Studiums, mit einer einfachen WordPress-Seite, einem 20$ WordPress Theme und einem 20$ Logo zum Marktführer im Bereich Mobilfunk in Österreich werden kann.

Dabei gab Maximilian detaillierte Einblicke in sein Unternehmen und seine entwickelten Prozesse. So ist beispielsweise der SEO Kanal bei tarife.at der wichtigste Kanal wenn es um die Trafficgenerierung angeht. Spannend: Nur 20% aller Seitenbesucher kommen über die definierten Hauptkeywords. Die restlichen 80% kommen über etwa 20.000 Long-Tail Keywords. Diese Erkenntnis war unter anderem Ausschlaggebend für den Ausbau der redaktionellen Inhalte sowie für den Aufbau spezieller SEO-Landingpages bei tarife.at.

Für den Kanal Google Adwords gab Maximilian an, dass er „mit Leidenschaft Kohle verbrennt“ und einzeln betrachtet 50% der Google Adwords Kampagnen nicht profitabel laufen. Grund dafür sind die Skaleneffekte wie etwa gesteigerte Markenbekanntheit, direkte Deals mit großen Mobilfunk Anbietern etc. pp.

Zusätzlich gab Maximilian einen Einblick in das Thema Content Marketing und Pressearbeit. Ein Tipp in der Zusammenarbeit mit Medienhäusern war, dass ausgesuchte Meldungen bereits mit fertigem HTML-Markup des Portals versendet wurden, auf welchem die Meldung veröffentlicht werden sollte. So haben Redakteure weniger Arbeit und konnten die Artikel deutlich einfacher publizieren.

Takeaways:

  • Service- und Ratgeber Texte ohne direkte Monetarisierung schaffen Vertrauen und helfen bei der Markenbildung
  • Medienhäuser haben enormen Stress: Daher sollte es den Redakteuren so einfach wie möglich gemacht werden Meldungen zu veröffentlichen
  • Priorisierung und Automatisierung helfen effektive Workflows zu schaffen

Google Adwords: So viele Möglichkeiten, so wenig genutzt!

Alexander Swade von der Peak Ace AG aus Berlin hat einen wirklich schönen Vortrag rund um das Display Netzwerk bei Google Adwords gezeigt.

Dabei hat Alexander sehr schön gezeigt, dass Display Kampagnen oftmals besser als ihr Ruf sind und nicht selten an der Vorbereitung einer Conversion beteiligt sind. Danach ging es direkt sehr praxisorientiert weiter: So zeigte Alexander beispielsweise, dass Google Analytics weitaus besser geeignet ist wenn es um die Definition von Zielgruppen für Google Adwords geht. Auch das Anlegen von Negativen Zielgruppen war ein Thema wo wir aus der Erfahrung sagen können, dass sowohl Kunden als auch Agenturen und Inhouse Mitarbeiter dieses mächtige Werkzeug viel zu selten nutzen.

Besonders spannend waren die Insights die Alexander zum Thema Prospecting Kampagne in Verbindung mit der manuellen Platzierung innerhalb von Google Mail gezeigt hat. Hier können häufig extrem gute Performance Werte erzielt werden.

Takeaways:

  • Display Kampagnen mit manueller Ausrichtung auf GMail kann sehr gute Werte erzielen
  • Custom HTML Bannerin Verbindung mit GMail Kampagne können zu noch besseren Ergebnissen führen
  • Responsive Anzeigen sind schnell und günstig erstellt und werden vom Nutzer gut angenommen
  • Negative Zielgruppenliste essentiell für Display Kampagnen

40 Social Media Tools in 40 Minuten

Felix Beilharz hat sich einiges vorgenommen: 40 Social Media Tools in 40 Minuten. Seine persönliche Challenge: Jeder Teilnehmer muss für sich selbst mindestens 5 neue Tools aus dem Vortrag mitnehmen. Neben vielen guten und bereits bekannten Tools wie etwa answerthepublic, hootsuite oder buffer gab es jedoch auch eine ganze Menge neuer Tools zu entdecken. Neu und spannend für mich waren zum Beispiel die Tools Displaypurposes oder Ritetag.com mit deren Hilfe sich passende Hashtags für Instagram und Twitter zu einem Thema finden lassen. Auch Influma und Veescore zum finden von Influencern in sozialen Netzwerken waren sehr nützliche Hinweise.

Growth Hacking 2017

Philipp Klöckner (Pip) hat sich für seine Präsentation auf der OMX das mystische Thema Growth Hacking auf die Fahne bzw. die Folien geschrieben. Passend zum Thema waren sämtliche Folien von Pip im Stile der Mysterie Serie Stranger Things gehalten. Durch das Zusammenspiel von Inhalt, Stimmung und dem wirklich sehr guten Vortragsstil schaffte Pip es den gesamten Saalder Brandboxx in seinen Bann zu ziehen.

Pip stellte schnell klar, dass es nicht den einen „Growth Hack“ oder bestimmte „Silver Bullets“ gäbe, die einem Unternehmen Wachstum versprechen. Stattdessen sind viele kleine Schritte nötig um ein kontinuierliches Wachstum zu erreichen. Sein einfaches Beispiel: Wenn ich jeden Tag etwas 1% besser mache, dann habe ich innerhalb eines Jahres ein gutes Wachstum erreicht.

Dabei stellt Pip klar, dass es nicht ausschließlich um Wachstum gehen darf. Die gewonnen Nutzer müssen auch aktiviert und zur weiteren Nutzung animiert werden um eine dauerhafte Bindung des Nutzers zu gewährleisten. Um dies zu untermauern zeigte Pip die folgenden Beispiele:

  • Twitter: Bevor Twitter für einen User Mehrwert bieten kann muss dieser mindestens 30 Leuten folgen
  • Facebook: 7 Personen müssen sich in den ersten 10 Tagen mit einem neuen User vernetzen, ansonsten wird sich keine regelmäßige Nutzung einstellen
  • ZYNGA: Day 1 Retention beschreibt, dass ein Spiel auch am zweiten Tag gespielt werden muss, ansonsten ist davon auszugehen, dass sich kein langfristiges Interesse entwickelt
  • Dropbox: Der Upload von einer 1 Datei  zeigt, dass von einer längerfristigen Nutzung ausgegangen werden kann
  • Pinterest: 1 Pin muss gesetzt werden, anderenfalls ist nicht von dauerhafter Nutzung auszugehen
  • YouTube: 1 Video-Upload zeigt YouTube, dass der Nutzer wiederkehren wird
  • Slack: 2.000 Messages müssen versandt sein, damit der Nutzer das Tool nicht mehr missen möchte
  • Zalando: MyFeed Kuration

Takeaways:

  • Zitat: „Big data ist der neue Teenager Sex. Alle reden drüber noch keiner hat es gemacht…
  • Trotz verschiedener Frameworks gibt es keine „Silver Bullets“ die mein Unternehmen nahezu über Nacht um 50% wachsen lassen
  • You can’t gain, if you can’t retain …

Advanced tactics for high converting landing pages

Der liebe Nils zeigte in seinem Vortrag einen Teil seiner Erfahrung aus über 1.800 A/B-Tests die in der Vergangenheit für über 300 Kunden durchgeführt wurden. Dabei hat Nils wirklich eine große Sammlung an hervorragenden Empfehlungen rausgehen, die man sich übrigens auf Facebook als Live-Stream anschauen kann.

Takeaways:

  • „Sei Wurstfingerkompatibel“ – achte darauf, dass Conversion Elemente gerade auf der mobilen Seite nicht zu dicht beieinander liegen und auch von Menschen mit etwas größeren Fingern problemlos bedient werden können.
  • Beginne auf mobilen Endgeräten deine Kundenbeziehung nicht mit einem Sales-Pitch. In der Regel befindet sich der Nutzer mobil nicht in der Situation, dass er problemlos etwas kaufen könnte. Statt dessen sollte versucht werden der Lead über zum Beispiel einen Rückrufservice, einen kostenlosen E-Mail Kurs, eine Erinnerung per E-Mail eingesammelt werden. Auch ein Click-To-Call Element macht für mobile Nutzer häufig ehr Sinn.
  • Nils rät dazu die „Danke-Seite“ sinnvoll zu nutzen. Der Nutzer hat uns bereits Vertrauen geschenkt, es sollte also um einiges leichter sein diesen Nutzer auch dazu zu bringen unsere Facebook Seite zu liken, einen Newsletter zu abonnieren oder auch passende weitere Artikel für den eben erworbenen Artikel zu kaufen.

Facebook Performance Marketing

Thomas Thaler hat für mich einen der spannendsten und gehaltvollsten Vorträge auf der OMX gehalten. Als langjähriger SEO war ich persönlich nach dem Vortrag so angefixt, dass ich liebsten direkt ins Hotel gehen wollte und einige der von Thomas genannten Punkte testen wollte.

Aufgrund der Änderungen in Bezug auf den Datenschutz kann ich an dieser Stelle nicht guten Gewissens im Detail auf die Inhalte im Vortrag eingehen. Dennoch möchte ich einige meiner Takeaways aus dem Vortrag nennen.

Takeaways:

  • Facebook wertet Klicks auf einen Hashtag als Interaktion – auch innerhalb einer Facebook Werbeanzeige …
  • Über das Facebook audience network können Kunden Werbung auch an eher ungewöhnlicher Stelle ausspielen. So erzählte Thomas von einem Beispiel wie in Österreich während der Kanzlerwahl auf Tinder um Spendengelder geworben wurde.
  • Es gibt Möglichkeiten sich innerhalb des Facebook Werbemanagers noch deutlich mehr Segmentierungs Möglichkeiten freischalten zu lassen um seine Zielgruppe noch genauer zu definieren.