Neue Version der PageSpeed Insights von Google

Nicht nur ein neuer Look und nutzerfreundliche Aufbereitung der Handlungsempfehlung zeichnen die „neuen“ PageSpeed Insights aus, sondern vor allem ein transparenter Umgang mit Daten. Was ist neu? Ein Überblick.

Die „neuen“ PageSpeed Insights von Google haben nicht nur einen neuen Look und erweiterte Datenansichten erhalten, sie arbeiten auch mit einer neuen Engine im Hintergrund. „Lighthouse“ heißt das Tool, das als Open Source-Lösung beispielsweise als Chrome Extension zur Verfügung steht.

PageSpeed Insights: Was ist neu?

Seitengeschwindigkeit, Optimierung, Seitenaufbauverteilung, Seitenstatistiken, Optimierungsvorschläge und bereits implementiere Optimierungen – das waren die Punkte, die in den „alten“ PageSpeed Insights gelistet waren. Die neue Version ist wie folgt gegliedert:

  • Speed Score
  • Felddaten
  • Origin Summary
  • Labdaten
  • Empfehlungen
  • Diagnose
  • Bestandene Prüfungen

Speed Score

Der Speed Score berechnet sich aus einer Vielzahl unterschiedlich hoch gewichteter Faktoren. Zu diesen zählen beispielsweise die Performance, die Gestaltung der Progressive Web App, die Erreichbarkeit und die Umsetzung von Best Practices. Die Berechnung dieses Scores legt Google komplett offen, wer sich für die konkreten Details interessiert, findet sie hier.

Felddaten

Felddaten in den PageSpeed Insights von Google

Wie lang hat es bei „echten“ Websitebesuchern (ausschließlich Chrome-Nutzer) gedauert, bis die Seite komplett geladen war? Infos dazu findet man ab sofort in den Felddaten der PageSpeed Insights, sofern genügend tatsächliche Geschwindigkeitsdaten vorhanden sind.

Sind ausreichend viele Daten vorhanden, so wertet Google die vergangenen 30 Tage aus und liefert Angaben zu First Contentful Paint (FCP) und First Input Delay (FID). Hier wird mit Vergleichsdaten aus dem Bericht zur Nutzererfahrung in Chrome.

Origin Summary

Neben den Daten der in den PageSpeed Insights getesteten URL sind interessant, sondern ein Gesamtüberblick aller von diesem Ursprung ausgelieferten Seiten ist hilfreich. Diesen liefert die Origin Summary.

Labdaten

Labdaten in den PageSpeed Insights von Google

In der Wissenschaft gilt wie im echten Leben: Wer keine Felddaten hat, muss mit Labordaten arbeiten. Für die Labdaten emuliert Lighthouse ein 3G-Netz. Es handelt sich somit um geschätzte Werte, eine Abweichung von tatsächlichen Werten ist durchaus möglich – darauf weist Google explizit hin. Folgende Punkte werden bewertet:

  • Erste Inhalte gekennzeichnet
  • Geschwindigkeitsindex
  • Zeit bis Interaktivität
  • Inhalte weitgehend gezeichnet
  • Erster CPU-Leerlauf
  • Geschätzte Eingabelatenz

Zusätzlich wird anhand von Screenshots dokumentiert, wie die Seite sich aufbaut. Anschaulicher geht es kaum. Google gibt uns damit in Diskussionen („Müssen wir wirklich Energie in die Optimierung der Ladezeit investieren?“) eine Darstellung an die Hand, die zum überzeugendsten Argument werden kann.

Empfehlungen

Empfehlungen in den PageSpeed Insights von Google

In den Empfehlungen listet Google Optimierungen, die den Seitenaufbau beschleunigen können. Neu daran: Es erfolgt eine an die jeweilige Website angepasste Priorisierung. Sind es bei einem Projekt Ressourcen, die das Rendering blockieren, ist es bei einem anderen vielleicht die Antwortzeit des Servers, die sich an erster Stelle findet. Plus: Jede Maßnahme ist mit einer konkreten Zahl versehen: In Millisekunden bzw. Sekunden ist angegeben, wie hoch die geschätzte Zeiteinsparung durch die jeweilige Maßnahme sein kann. Besser kann eine Entscheidungsgrundlage kaum vorbereitet sein.

Diagnose

Diagnose in den PageSpeed Insights von Google

Im Bereich Diagnose werden weitere Leistungskennzahlen einer Website überprüft. Neu ist hierbei der Punkt „Tiefe kritische Anforderungen minimieren“, unter dem man sich anzeigen lassen kann, welche Ressourcen mit hoher Priorität geladen werden. Diese Ansicht bringt absolute Klarheit darüber, welche Website-Elemente tatsächlich für Verzögerungen sorgen.

Bestandene Prüfungen

Wie auch in der Vorgänger-Version der PageSpeed Insights erhält man unter „Bestandene Prüfungen“ eine Auflistung sämtlicher PageSpeed-Kriterien, die die Website bereits erfüllt. Man darf sich nicht nur über viele grüne Häkchen freuen, sondern erhält quasi eine Blaupause: Anhand der Angaben in den PageSpeed Insights lässt sich ziemlich komfortabel ein Anforderungskatalog für zukünftige Projekte erstellen.

Fazit zu den „neuen“ PageSpeed Insights

PageSpeed ist kein Rankingfaktor, der als eine von vielen möglichen Optimierungen im technischen Bereich gesehen werden sollte. PageSpeed ist ein Rankingfaktor, dessen Bedeutung über die vergangenen Jahre stetig gewachsen ist. Eine optimierte Ladezeit ist kein „Nice-to-have“, sondern ein „Must-have“. Jeder Website-Betreiber kann sich über die Optimierung der PageSpeed Insights freuen, denn Google setzt nicht nur auf transparente Daten, sondern auch auf Usability. Es wird selbst für Laien immer einfacher, die Leistung einer Seite zu bewerten und konkrete Anforderungen an die Technik zu formulieren. Die PageSpeed Insights werden somit zu einem Tool, das sich längst nicht mehr ausschließlich an Entwickler richtet, sondern das im Alltag zur Bewertung der Umsetzung technischer Maßnahmen verwendet werden kann.

Ersten Testberichten zufolge sind die „neuen“ PageSpeed Insights in der Bewertung deutlich kritischer als die „alten“. Google selbst hat dazu folgendes verlauten lassen: „Variability in performance measurement is introduced via a number of channels with different levels of impact. Several common sources of metric variability are local network availability, client hardware availability, and client resource contention.“ Es kann also zu vergleichsweise schlechteren Werten kommen, ohne dass eine Änderung an der Website erfolgt ist.