Neue Google Bildersuche nimmt Webmastern den Traffic weg

//Neue Google Bildersuche nimmt Webmastern den Traffic weg

Google zieht nun auch in Deutschland mit dem „neuen“ Format der Google Bildersuche nach. Aber so neu ist diese gar nicht mehr. International gibt es die „neue“ Google Bildersuche schon seit mehr als drei Jahren. Websites mit hohem Traffic aus der Google Bildersuche dürften enttäuscht über dieses Update sein, denn es nimmt den Webmastern den Bilder-Traffic weg.

Warum gibt es die „neue“ Google Bildersuche erst jetzt in Deutschland?

Google hat lange gewartet mit dem Ausrollen des Updates der Bildersuche in Deutschland. Dies ist auf das strengere Urheberrecht in Deutschland zurückzuführen. Mit dem neuen Update, so könnte man Google auslegen, nimmt Google die Bilder der Websites und präsentiert sie vollständig auf Google selbst.

Google Bildersuche

Beim Klick auf ein Bild in der Google Bildersuche, werden die Original-Bilder jetzt in größerem Format vor einem schwarzen Hintergrund vom Server des jeweiligen Websitebetreibers geladen. (Quelle: Screenshot der Google Bildersuche)

Bei der „alten“ Google Bildersuche wurde dem Nutzer nach dem Klick auf ein Bild in der Google Bildersuche nur eine Vorschau des Bildes angezeigt. Um das Bild in vollständiger Größe ansehen zu können, mussten die Nutzer einen weiteren Klick tätigen und wurden zur Website, die das Bild bereitstellte, weitergeleitet.

Andere Stimmen sagen, dass es keinen Konflikt zwischen der „neuen“ Google Bildersuche und dem Urheberrecht in Deutschland gibt. Der Europäische Gerichtshof hat schon bei Videos erlaubt, dass diese auf dritten Websites ausgespielt werden dürfen, wenn man sie nur einbettet aber nicht kopiert. Das SEO-Portal schreibt, dass es scheint als „stehe Google’s Entscheidung

[damit] auf relativ rechtssicheren Beinen“. Aber finden sich wirklich keine Bilddaten auf den Servern von Google?

Google lädt beim Anzeigen eines Bildes zunächst eine kleinere Version, bevor die richtige Version der Quell-URL ausgespielt wird. Diese Version wird vom Google Server encrypted-tbn0.gstatic.com geladen. Damit besitzt Google eine Kopie des Originals. Das steht möglicherweise im Konflikt mit dem deutschen Urheberrecht.

Größere Version der Ursprungsquelle

Kleinere Version des Bildes wird vom Goolge Server geladen

Infografik: So funktioniert die neue Google Bildersuche

Den gesamten Ablauf vom Klick des Nutzers auf ein Bild bis hin zur Auslieferung des Bildes der Ursprungsquelle, haben wir in einer Infografik zur „neuen“ Google Bildersuche zusammengestellt.

Infografik neue Google-Bildersuche

Infografik neue Google-Bildersuche

Traffic-Einbußen durch die „neue“ Google Bildersuche

Das „neue“ Format der Google Bildersuche bringt für die Nutzer Vorteile. Sie sparen sich jetzt einen Klick, um das Bild in vollständiger Größe anzeigen zu lassen. Das passiert jetzt schon nach einem Klick auf ein Bild in der Übersicht nach Eingabe des Suchworts. Dadurch werden die Nutzer aber auch nicht mehr zur Website weitergeleitet. Es gib zwar einen Button „Seite besuchen“, aber die Nutzer werden nun weniger Gründe haben, diesen auch zu klicken.

Button Seite besuchen

Button Seite Besuchen (Quelle: Screenshot der Google Bildersuche)

Direkte Auswirkungen konnten wir schon in der Google Search Console sehen: Bei gleichbleibenden Impressionen und gleichbleibender durchschnittlicher Position, konnten deutlich weniger Klicks generiert werden.

Bildertraffic Google Search Console

Filter nach dem Suchtyp „Bild“ in der Google Search Console

Websites, die einen Großteil ihres Traffics über die Google Bildersuche bekommen, dürfen damit zu den Verlierern der „neuen“ Google Bildersuche gehören.

Die Bilder-Daten in Google Analytics, die bisher unter den Referrals zu finden waren, werden sich nun mehr und mehr gegen Null nähern. Durch die Änderung der URL der Bildersuche von images.google.de auf google.de werden die Bilder jetzt zum normalen organischen Traffic gezählt.

Traffic Einbußen durch neue Bildersuche

Google Analytics-Auswertung des Referrals images.google.de

Kommt der Bilder-Traffic an der richtigen Stelle an?

Dass Google große Bilder bevorzugt, sieht man auch bei der „neuen“ Google Bildersuche. Google versucht immer an das größtmögliche Bild zu kommen. Hier stellt sich dann aber schnell die Frage, ob der Bilder-Traffic noch an der richtigen Stelle ankommt. Folgendes Beispiel zeigt, dass das nicht immer der Fall ist und Webmaster sich darüber Gedanken machen müssen, welche Bilder sie Google an welcher Stelle zur Verfügung stellen.

Fallbeispiel des Zeitungsportals haz.de

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung nutzt Bildergalerien, bei denen die Bilder in der Größe 800x533px eingefügt sind. Gleichzeitig gibt es jedes Bild in einer größeren Version, die aber für Nutzer aus der Galerie-Ansicht nicht direkt aufrufbar sind.

Kleine und Große Version des Bildes bei haz.de

Kleine und Große Version des Bildes bei haz.de

Google nutzt in seiner Bildersuche das größere Bild und auch der Link zur Website entspricht der URL, die das größere Bild darstellt. Klickt der User auf die URL, landet er also nicht in der Bildergalerie, in der er noch weitere Bilder findet, die ihn potenziell interessieren könnten.

Der Google-Bot zieht sich die größte Bild-Version, die er findet

Der Google-Bot zieht sich die größte Bild-Version, die er findet (Quelle: google.de)

Für Portale, die mehrere Bildversionen haben, kann das Auswirkungen auf den Traffic haben. Dieser kann, wie bei haz.de zu sehen, dann fehlgeleitet werden.

Wie geht’s weiter?

Wie sich die „neue“ Google Bildersuche langfristig auswirkt, wird man beobachten und analysieren müssen. Es ist aber zu erwarten, dass die „neue“ Bildersuche ähnlich wie in der englisch-sprachigen Bildersuche zu massiven Traffic-Verlusten führen wird. Der tagSeoBlog berichtete bereits über Traffic-Einbußen von 60-70%.

Google setzt damit den Trend fort, das Informationsbedürfnis der Nutzer bereits in Google selbst zu befriedigen. Während Knowledge Graph und Co. den Webmastern jedoch weiterhin guten Traffic bringen, scheint eine Weiterleitung auf die Quelle des Contents bei der Google Bildersuche weniger Anwendung zu finden. Die Folge: Guter Content, zu dem auch Bilder gehören, lassen sich durch fehlenden Traffic schlechter monetarisieren. Damit jedoch überhaupt guter Content entsteht, muss sich dieser auch monetarisieren lassen.

 

Von |2018-03-16T14:54:58+00:0010. Februar 2017|SEO|