Kostenlose SEO-Tools für Texter: Was sie können und was nicht

Die Arbeit mit Tools ist für Texter mittlerweile unerlässlich. Aber: Tools sind nicht die Lösung für alles und vor allem ist nicht EIN Tool die Lösung für alles. Hier findest du eine Auswahl hilfreicher SEO-Tools für Texter.

Datengetriebenes Arbeiten ist nicht nur gefragt, sondern auch unfassbar effizient. Es sei denn, du verschwendest deine Zeit mit den falschen Tools. Folgende kostenlosen SEO-Tools für Texter haben sich für uns in der täglichen Arbeit bewährt:

HyperSuggest

Screenshot HyperSuggest

HyperSuggest ist ein Werkzeug, das dir bei der Recherche nach neuem Inhalt hilft.“ – Wird der Begriff „Keywords“ hier bewusst vermieden? Vermutlich. Aber aus gutem Grund: Denke nicht so sehr in Keywords, sondern denke in Themenclustern!

Was kann das Tool?

HyperSuggest ist ideal, um Keyword-Kombinationen und W-Fragen zu recherchieren. Finde heraus, welche Fragen Nutzer bei Google zu einem bestimmten Suchbegriff stellen und entdecke dadurch weitere Themenbereiche, die für deinen Text relevant sein könnten. Größter Pluspunkt des Tools ist die erweiterte Exportfunktion: Praktischer geht es bei der Erstellung von Keyword-Listen nicht. Plus: Du kannst hier nicht nur Keyword-Kombinationen bei Google herausfinden, sondern beispielsweise auch Keywords aus dem Bereich eCommerce (z.B. bei Amazon und eBay), die Häufigkeit von Instagram-Hashtags überprüfen, und, und, und. Das Tool ist mittlerweile kostenpflichtig, wenn man alle Funktionalitäten nutzen möchte, die kostenlose Version bietet jedoch schon einiges an Input.

Was kann das Tool nicht?

Synonyme, verwandte Begriffe, LSI-Keywords? Findest du hier nicht. Konkretes Suchvolumen? Fehlanzeige. Aber: Durch geschickte Recherche erstellst du dir in HyperSuggest relevante Keyword-Sets, mit denen du in anderen Tools weiterarbeiten kannst.

Fazit zu HyperSuggest

Du widmest dich einem neuen Thema? HyperSuggest bringt dich auf Content-Ideen und gibt dir Daten an die Hand, die du als solide Basis für deine Keyword-Recherche nutzen kannst.

Google-Trends

Screenshot Google Trends

„Diese Themen interessieren die Welt“, heißt es auf der Startseite von Google Trends. Hier kannst du dir Suchtrends zu einzelnen Suchbegriffen anzeigen lassen und diese auch in Relation zueinander setzen.

Was kann das Tool?

Bei Google Trends kannst du dir zu Suchbegriffen oder Themen das Interesse im zeitlichen Verlauf, das Interesse nach Region, sowie verwandte Themen und ähnliche Suchanfragen anzeigen lassen. In welchem Monat fangen die Leute an, bei Google nach „Winterreifen“ zu suchen? Wurde in der vergangenen Woche mehr nach Person A oder nach Person B gesucht? Und was interessiert die Suchenden in Kombination mit Person A ganz besonders? Kann es sein, dass es beim Thema „Gartenbeleuchtung“ regional starke Unterschiede im Suchverhalten gibt? Diese und weitere Fragen beantworten die Daten aus Google Trends. Durch geschickte Filtereinstellungen ist diese Tool auch für die Optimierung für Google News hilfreich (und sollte daher vor allem von Journalisten genutzt werden) – die Filtereinstellung „letzte vier Stunden“ ist bei der Keyword-Recherche zu brandaktuellen Themen besonders gut geeignet.

Was kann das Tool nicht?

Absolute Zahlen zum Suchvolumen findest du in Google Trends nicht.

Fazit zu Google Trends

Google Trends kann wie ein Kaninchenloch sein, aus dem man so schnell nicht herausfindet. Einmal hineingefallen ist die Möglichkeit, immer weitere Abfragen zu starten (Wie verhalten sich die Suchbegriffe „Diät“ und „Schokolade“ zueinander?) einfach zu verlockend. Hier gilt es, fokussiert zu bleiben und die Filtereinstellungen angepasst an das konkrete Vorhaben klug zu setzen.

Answer the Public

Screenshot Answer the Public

„Consumer Insight for PR in the Age of Google“ – wer Einblicke in der Suchverhalten seiner potenziellen Leser bekommen möchte, findet bei Answer the Public spannende Einsichten und eine Vielzahl an Daten.

Was kann das Tool?

Answer the Public als reines W-Fragen-Tool zu bezeichnen, wird dem Tool nicht gerecht. Du findest hier nicht nur Fragen, die Nutzer bei Google zu einem bestimmten Suchbegriff stellen, sondern du findest auch Keyword-Kombinationen und verwandte Suchanfragen. Je nach Datenmenge eignet sich die als Mindmap visualisierte Darstellung nicht immer – du wirst sonst von riesigen Kreisen mit winzig kleiner Schrift erschlagen. Wechsle in diesem Fall in die Datenansicht.

Was kann das Tool nicht?

Du siehst auch in diesem Tool nur, DASS mit Hilfe bestimmter Begrifflichkeiten gesucht wurde – jedoch nicht, wie häufig.

Fazit zu Answer the Public

Für einen ersten Überblick bei neuen Themen absolut empfehlenswert. Daten sammeln, diese Daten aufbereiten und auf das konkrete Suchvolumen überprüfen.

Keyword Planer von Google

Screenshot-Keyword-Planer

„Neue Keywords entdecken, Keyword-Trends vergleichen, bessere Keywords auswählen“ – Der Keyword Planer, das SEA-Tool von Google, gehört zu den Lieblingstools der SEOs. Denn hier gibt es konkrete Zahlen zum Suchvolumen.

Was kann das Tool?

Wird häufiger nach „Kommode“ oder nach „Sideboard“ gesucht? Mit dem Keyword Planer findest du es heraus. Du kannst hier nicht nur das Suchvolumen einzelner Keywords (in einzelnen Regionen) abfragen, du bekommst zudem Vorschläge für weitere bzw. alternative Keywords. Allerdings nur, wenn du über ein umsatzstarkes AdWords-Konto verfügst. Im Gegensatz zu den anderen hier aufgeführten Tools ist für den Keyword Planer ein Account erforderlich – du musst dich einloggen, um das Tool nutzen zu können.

Was kann das Tool nicht?

Hast du keinen Zugriff auf ein umsatzstarkes AdWords-Konto, siehst du nur sehr schwammige Angaben zum Suchvolumen. Hast du zwei Begriffe, zwischen denen du dich entscheiden musst, und bei beiden steht so etwas wie „1.000 bis 10.000“, hilft dir das leider wenig.

Fazit zum Keyword Planer

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie häufig bestimmte Suchbegriffe verwendet werden, ist der Keyword Planer – selbst mit schwammigen Zahlen – ideal. Gehst du tiefer ins Detail, brauchst du allerdings auch detailliertere Zahlen.

SEMAGER

Screenshot SEMAGER„Semantisch suchen“ – so lautet das Credo von SEMAGER. Praktisch ist die Zusatzfunktion, mit Hilfe derer du verwandte Wörter finden kannst.

Was kann das Tool?

Mit der Keyword-Datenbank von SEMAGER findest du Wörter mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung. Du findest zudem „abgehende“ und „eingehende“ Wortbeziehungen. Wozu ist das gut? Nutze das Tool, um Keyword-Ideen zu generieren und mögliche LSI-Keywords zu identifizieren.

Was kann das Tool nicht?

Abgrenzung und Spezifizierung des Themas ist eine Leistung, die man dieser Maschine nicht abverlangen darf. Daten, die man aus SEMAGER zieht müssen bereinigt und aufbereitet werden. Aber müssen das Daten nicht immer?

Fazit zu SEMAGER

Je komplexer da Thema, desto komplexer die Keyword-Recherche? In der Regel ist genau das Gegenteil der Fall. Bei vermeintlich „einfachen“ Themen fehlt einem manchmal der Blick über den Tellerrand. Das passiert nicht, wenn man seine „eh-klar-Keywords“ mal in SEMAGER schmeißt.

Textanalyse-Tool

Screenshot Textanalyse-Tool

„Schnell, einfach und kostenlos Texte auf ihre Lesbarkeit analysieren – so steigerst du die Qualität deines Contents im Handumdrehen.“ – Die Macher des Textanalyse-Tools bringen die Funktionen ganz gut auf den Punkt.

Was kann das Tool?

Das kostenlose Textanalyse-Tool arbeitet mit dem Lesbarkeitswert LESIX und geht bei diesem davon aus, dass unser Gehirn Texte ohne viele Passivsätze, Wenn-Dann-Konstruktionen, Füllwörter, lange Sätze und Zahlen besser verarbeiten kann. Zusätzlich berechnet das Tool die Keyworddichte für einen zuvor angegebenen Schlüsselbegriff. Da es immer noch Auftraggeber gibt, die (warum auch immer) auf eine gewisse Keyworddichte in ihren Texten bestehen, mag das in manchen Fällen praktisch sein.

Konkret geht das Tool in der Auswertung auf folgende Faktoren ein:

  • Keywords
  • Wortlänge
  • Satzlänge
  • Modalverben
  • Passivsätze
  • Perfektform
  • Wenn-Dann-Sätze
  • Nominalstil
  • Zahlensymbole
  • Phrasen
  • Unpersönliche Sprache
  • Füllwörter
  • Abkürzungen

Was kann das Tool nicht?

„Schlechter“ Lesbarkeitswert = schlechter Text? Keinesfalls. Es kann durchaus erforderlich sein, den Nominalstil bewusst einzusetzen, denn Fachtexte haben andere Anforderungen als zum Beispiel ein Blog-Beitrag. Das Tool unterscheidet natürlich nicht nach Textgattungen – und das muss es auch nicht. Aber das müssen Auftraggeber, die in Sachen Lektorat sparen und stattdessen auf Tools setzen wollen, natürlich wissen.

Fazit zum Textanalyse-Tool

Dieses Tool eignet sich gut für das „Eigenlektorat“. Was bei fremden Texten sofort ins Auge springt, übersieht man in den eigenen Texten häufig. Zehnzeilige Sätze, das x-te „auch“ oder „dabei“, unnötig komplizierte Passivsätze und Co.: Hier springt jede Auffälligkeit sofort ins Auge und als guter Texter sieht man sofort, wo Nachbearbeitungsbedarf besteht. Das gilt übrigens auch für Texte, die gar nicht online, sondern offline veröffentlicht werden sollen. Achtung: Das Tool befindet sich bereits seit Jahren in der Beta-Phase – und funktioniert nicht immer. An Tagen, an denen es ausfällt, kann man auf das Textanalyse-Tool von Wortliga zurückgreifen. Dieses bietet ähnliche Funktionen.

Welches SEO-Tool soll ich als Texter nutzen?

Welches Tool für deine Arbeit als Texter hilfreich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wo werden deine Texte veröffentlicht? Welches Ziel verfolgen deine Texte? Wie sind die Briefings aufbereitet, die du von deinen Auftraggebern bekommst? Erhältst du überhaupt Briefings oder nur vage Themenvorschläge? Wie frei bist du im Wording? Wie viel Zeit kannst, willst und darfst du in Vorarbeit und Recherche stecken? Teste die hier vorgestellten Tools und möglichst viele weitere. Gut zu wissen: Keyword-Recherche-Tools greifen alle auf die gleiche Schnittstelle von Google zurück, die Datenmenge und Aufbereitung ist jedoch höchst unterschiedlich.

Von |2018-11-08T11:09:14+00:0024. Juli 2018|SEO|