Der sogenannte holistische Content ist eigentlich kein neues Konzept, erlebt von Zeit zu Zeit aber ein regelmäßiges Revival in der SEO-Szene. Konkret handelt es sich bei holistischem Content um Texte, die sehr umfassend geschrieben werden, damit ein Thema so gut wie möglich auf einer einzelnen Unterseite einer Website abgedeckt wird. Demnach wird nicht für jedes einzelne Keyword eine entsprechende Seite erstellt, sondern eine Bündelung von Keywords vorgenommen. Übersetzt bedeutet holistisch so viel wie „das Ganze betreffend“. Es handelt sich um umfassenden Inhalt, der aber gleichzeitig auf hohen Mehrwert und Hochwertigkeit setzt.

Warum und wann sollte holistischer Content genutzt werden?

Bekanntlich werden Suchmaschinen wie Google stetig schlauer, erhalten regelmäßige Updates ihres Algorithmus und ändern ihre Einflussfaktoren auf das Ranking. Ein wichtiger Punkt ist diesbezüglich auch die Semantik, also die Beziehungen zwischen einzelnen Wörtern, Synonymen, passenden Nebeninformationen und ähnlichen Aspekten. Google kann mittlerweile immer besser ähnlich gemeinte Suchanfragen erkennen, sodass leicht abgewandelte Formulierungen nicht mehr zu komplett anderen Ergebnissen führen. Dementsprechend ist es auch bei Content nicht mehr zwangsläufig notwendig, für jede einzelne Formulierung eine einzelne Seite zu erstellen – stattdessen kann der Content gebündelt werden und liefert damit lange, informative Texte mit hohem Mehrwert.

Darüber hinaus wertet Google Nutzersignale (Absprungrate, Verweildauer, Anzahl der Seitenaufrufe,…) sehr hoch und verlässt sich keinesfalls nur noch auf starke Links. Die Beurteilung von gutem Content steht damit an deutlich höherer Stelle, sodass hochwertiger Content nicht selten mit höheren Rankings belohnt wird.

Der Aufbau von holistischem Content

Da es sich um vergleichsweise lange Texte handelt, sollten diese auf der Seite möglichst ansprechend aufbereitet werden. Statt einer unattraktiven „Wall of Text“ gilt es, diese entsprechend anzupassen, damit das Nutzerinteresse bestehen bleibt und der Leser seine Antwort trotz viel Text möglichst schnell findet. Folgende Punkte sind daher beim Aufbau unabdingbar:

  • Sinnige Überschriften und Zwischenüberschriften
  • Einfache, nicht zu lange Sätze
  • Bulletpoints für eine klarere Struktur und wichtige Keynotes
  • Grafiken zur Visualisierung des Inhaltsund für eine bessere Usability

Holistischer Content – immer empfehlenswert?

Mit holistischem Content lassen sich Themen ideal abdecken, trotzdem handelt es sich nicht automatisch um ein Konzept, das in jedem Fall zu empfehlen ist. Darüber hinaus gibt es bei der Erstellung holistischen Contents auch einige Tücken, die es zu beachten gilt. Denn nicht selten ufern die umfangreichen Beiträge in enorm lange Texte aus, bei denen irgendwann nicht mehr Qualität, sondern Quantität im Vordergrund steht. Da die Länge eines Textes nicht zwangsläufig dessen Qualität garantiert, müssen die Texter ein angemessenes Verhältnis schaffen. Dabei ganz wichtig:

  • Beim Thema bleiben
  • Angemessene Länge des Textes schaffen, je nach Suchintention des Nutzers

Manchmal macht es jedoch durchaus Sinn, ein Thema kleinteilig aufzugreifen und auf verschiedenen Seiten bereitzustellen – etwa dann, wenn die Texte zwar themenverwandt sind, sich aber in einigen Punkten dennoch ausschließen, stark unterscheiden oder für sich genommen interessant und umfassend genug sind.

Title Tags und Meta Descriptions sind bei holistischem Content problematisch

Pro Seite lassen sich nur jeweils eine Meta Description und ein Title festlegen, die in den Suchergebnissen angezeigt werden. Sind diese zu allgemein formuliert oder werden von Google nicht für relevant gehalten, so werden User in vielen Fällen auf die Konkurrenz klicken. Das wiederum führt zu schlechten Nutzersignalen und damit im schlimmsten Fall vielleicht sogar zu einem Verlust des Rankings. Hier stößt der holistische Content also auf ein deutliches Problem und es gilt abzuwägen, wann holistischer Content nicht vielleicht doch in mehrere Unterbereiche eingeteilt werden sollte (Titles und Descriptions können an dieser Stelle auch als eine Art Hilfe dienen, um herauszufinden, wann und wo man sich thematisch mehr fokussieren sollte).

Holistischer Content – ja oder nein?

In vielen Fällen bietet sich holistischer Content an, zum Beispiel dann, wenn verschiedene Wortstellungen, Keywords mit geringem Suchvolumen oder Synonyme auf einer Seite abgedeckt werden – Unterseiten für jeden einzelnen Fall sind immer seltener anzutreffen. Gleichzeitig müssen diese Bündelungen jedoch fokussiert bleiben. Das heißt, im Text werden keine unterschiedlichen Themen behandelt, denn sonst würde die Relevanz für ein einzelnes Thema verloren gehen.

Nichtsdestotrotz haben kurze Texte noch immer ihre Berechtigung, etwa dann, wenn beim Nutzer eine Nachfrage nach schnellen, konkreten Antworten besteht. Statt allgemeingültiger Regeln steht daher bei der Content-Erstellung nach wie vor insbesondere die Analyse von Zielgruppe und Nutzerintention im Fokus – gute Texte müssen nicht zwangsläufig lang und holistisch sein, können es aber.