Google Penguin 4.0 Update – welche Neuerungen und Folgen bringt es mit sich?

//Google Penguin 4.0 Update – welche Neuerungen und Folgen bringt es mit sich?

Am 23.09.2016 hat Google das neue Penguin-Update offiziell bekanntgegeben, mittlerweile ist es bereits in Umlauf und macht mit ersten spürbaren Veränderungen in den SERPs auf sich aufmerksam. Für Webmaster wie auch SEOs bringt es abermals viele Neuheiten mit sich, gerade der neue Echtzeit-Modus und der nach Googles Angaben detaillierter arbeitende Algorithmus stehen dabei im Fokus.

Google Penguin Update – was ist das eigentlich?

Der Codename „Penguin“ wurde erstmals 2012 verwendet und beschreibt seitdem eine wichtige Änderung an Googles Ranking-Algorithmus in Form eines Updates. Es soll insbesondere dazu dienen, den vorhandenen Webspam innerhalb der Suchergebnisse einzudämmen, weshalb es oftmals auch schlicht als „Webspam Update“ bezeichnet wird. Die erste Ausspielung fand am 24.04.2012 statt und erzielte weltweit einen deutlich wahrnehmbaren Effekt, wenngleich dieser von Land zu Land unterschiedlich ausgefallen ist – laut Google sind beispielsweise etwa 3,1% aller englischsprachigen Suchanfragen betroffen, deutsche Suchanfragen liegen bei rund 3%.

Seitdem hat Google bereits eine Vielzahl weiterer Penguin-Updates durchgeführt:

  • Penguin 1.0: Algorithmus-Update am 24. April 2012
  • Penguin 1.1: Data Refresh am 22. Mai 2012
  • Penguin 1.2: Data Refresh am 5. Oktober 2012
  • Penguin 2.0: Algorithmus-Update am 23. Mai 2013
  • Penguin 2.1: Data Refresh am 4. Oktober 2013
  • Penguin 3.0: Data Refresh am 18. Oktober 2014
  • Penguin 4.0: Algorithmus-Update am 23.September 2016

Was sind die Folgen des Pinguin-Updates?

Grundsätzlich soll Penguin die Suchergebnisse optimieren und möchte dem Nutzer ein besseres, nach Möglichkeit spamfreies Sucherlebnis bieten. Für Online-Shops, Ratgeberseiten, Unternehmensseiten und viele weitere Portale bringt dies aber durchaus Probleme mit sich, denn wer auf der eigenen Website unnatürliche Suchmaschinenoptimierung betreibt (auch wenn es nach bestem Wissen und Gewissen erfolgt), betreibt ebenfalls eine Manipulation der Suchergebnisse und fällt damit in das Raster des Penguin Updates.

Darüber hinaus gibt Google nicht bekannt, welche Variablen im Detail nach einer gezielten Seitenoptimierung hin untersucht werden. Dementsprechend müssen SEOs sich nach einem solchen Update überwiegend auf ihre Vermutungen, Erfahrungen und die möglichen Hintergründe des Updates verlassen. Hauptsächlich sind mit Webspam aber solche Maßnahmen gemeint, die nicht den Google Webmaster Richtlinien entsprechen, welche wiederum öffentlich einsehbar sind – kritische Faktoren waren in der Vergangenheit beispielsweise:

  • zu schnelles Linkbuilding
  • Keyword-Stuffing und Keyword-Überoptimierung
  • Minderwertige Backlinks

Wie wirkt sich Penguin 4.0 aktuell aus und wie wird es sich zukünftig auswirken?

Mit Penguin 4.0 hat sich das klassische Verfahren des Updates erstmals geändert. Während es früher jeweils bis zu zwei Jahre auf sich warten ließ, wurde es nun in den „Core-Algorithmus“ integriert. Penguin funktioniert jetzt also in Echtzeit und wird nach jedem erneuten Crawlen und Indexieren neu berechnet.

Laut Aussagen des offiziellen Google Webmaster Blogs greifen die Penguin-Auswirkungen nun zudem detaillierter. Bisher arbeitete Penguin so, dass ein Projekt entweder vollständig betroffen war oder nicht. Penguin 4.0 soll künftig aber dazu in der Lage sein, gezielter und genauer zu agieren – es können also einzelne Bereiche einer Webseite im Filter sein, während andere es nicht sind.

 Bisherige Erkenntnisse des Penguin 4.0 Updates

Wie sich das Penguin Update derzeit im Detail auswirkt, lässt sich momentan noch schwer feststellen. Der SEO-Tool-Anbieter SISTRIX stellt in einem Blogpost (Stand: 09.10.2016) allerdings erste konkrete Daten vor, die auf die Folgen des Updates schließen lassen:

  • Zu den Gewinnern gehört demnach offenbar Home24.de. Der Onlineshop galt bisher immer als eines der Paradebeispiele, bei dem sich Penguin stets negativ auswirkte. In dieser Woche konnte das Portal seine Sichtbarkeit jedoch nahezu verdoppeln, was vermutlich auf das Update zurückzuführen ist.
Google Penguin 4.0 Update - Home24

Während Home24 sonst immer unter den Penguin Updates zu leiden hatte, scheint die Seite durch Penguin 4.0 zu profitieren. Quelle: SISTRIX

  • Die Verlierer sind hingegen schwerer auszumachen als bei früheren Updates. Grund dafür ist der neue Echtzeit-Modus, durch den Veränderungen nicht auf einen Schlag, sondern kontinuierlich und zeitlich gestreckt erscheinen. Da zudem keine kompletten Websites, sondern auch einzelne URLS oder sogar Rankings berücksichtigt werden, wird die Arbeit von SEOS an dieser Stelle noch einmal komplexer und undurchsichtiger.

Wie gut oder schlecht ist das Penguin 4.0 Update?

Wer früher wie heute auf ein sauberes Linkbuilding mit organischem Wachstum achtet und gleichzeitig Wert auf hochwertigen Content legt, der muss auch beim neuen Penguin 4.0 Update keine allzu großen Konsequenzen befürchten. Saubere SEO-Maßnahmen sind an dieser Stelle der Schlüssel zum Erfolg. Das SEO-Geschäft dürfte für viele außerdem dadurch vereinfacht werden, dass keine kompletten Projekte mehr, sondern nur einzelne Rankings oder URLs betroffen sind.

Andererseits gestaltet sich die Überarbeitung eben solcher Seiten vermutlich komplexer, wenn bereits Probleme vorliegen und ausfindig gemacht werden müssen – ein kontinuierliches Monitoring und durchdachte Backlinkanalysen können an dieser Stelle Abhilfe schaffen.

Von |2018-03-16T14:54:59+00:0012. Oktober 2016|SEO|