Was ist der Inkognito-Modus?

Zusammen mit Google Chrome hat Google den sogenannten Inkognito-Modus eingeführt, der bei Aktivierung eine leicht abgewandelte Form des Browser zur Verfügung stellt. Aber wozu ist der Inkognito- oder Private Modus eigentlich gut? Viele Nutzer glauben, dass sie bei Nutzung des Inkognito-Modus nicht getrackt werden können, doch stimmt das wirklich?

Inkognito gehen mit dem Privaten Modus von Google Chrome

Die grundlegenden Funktionen des Inkognito-Modus sind schnell erklärt: Cookies, temporäre Daten und der Verlauf werden nach Schließen des Browserfensters wieder gelöscht. Der Anwender kann also ohne Login sämtliche Dienste des Browsers nutzen, ohne konkrete Daten bezüglich der besuchten Seiten oder Suchanfragen zu hinterlassen. Es wird also ein gewisses Maß an Privatsphäre ermöglicht, was vor allem dann praktisch ist, wenn man das jeweilige Gerät oder Konto mit anderen Nutzern teilt.

Die Nutzung des Inkognito-Modus bietet sich immer dann an, wenn die eigenen Internetaktivitäten verborgen bleiben sollten. Etwa dann, wenn ein Geschenk für den Ehepartner gesucht wird oder eine private Unterhaltung via Social Media stattfindet, die nicht nachverfolgt werden soll (aus welchen Gründen, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt).

Kann man mit dem Inkognito-Modus nicht getrackt werden?

Allerdings ist der Inkognito-Modus bei weitem keine Allround-Funktion, um völlig unentdeckt im Internet zu agieren. Eine falsche Annahme, die bei vielen Nutzern kursiert, ist folgende: „Über den Inkognito-Modus kann man nicht getrackt werden.“ Grundsätzlich schreiben viele Anwender dem Modus deutlich weitreichendere Schutzmaßnahmen zu, wie eine Studie jüngst belegte:

  • Demnach glauben 40 Prozent, dass ihr Standort nicht getrackt werden kann.
  • 37 Prozent glauben, dass ihr Arbeitgeber sie nicht tracken kann.
  • 27 Prozent glauben, dass der Modus sie besser gegen Malware und Viren schützt.
  • 23 Prozent glauben, dass sie nicht von staatlichen Einrichtungen getrackt werden können.
  • 22 Prozent glauben, dass der Internet-Provider sie nicht tracken kann.

Irrglaube: Privater Modus schützt nicht vor Tracking

Fakt ist, dass der Inkognito-Modus keine zusätzliche Verschlüsselung bietet und dementsprechend keinen Schutz vor Tracking. Oder anders ausgedrückt: Zwar werden Ortungsspuren gelöscht, die IP-Adresse und andere Informationen bleiben aber nachvollziehbar – es lässt sich also völlig nicht anonym surfen. Das bedeutet beispielsweise, dass Service-Anbieter, Chef oder besuchte Websites in der Lage sind, Online-Aktivitäten nachzuverfolgen. Selbst vor dem Tracking durch Online-Werber kann der Inkognito-Modus nicht vollständig schützen, denn zwar werden Werbe-Cookies am Ende einer Sitzung gelöscht, doch mittlerweile kommen weitaus modernere und zielgerichtete Werbesysteme zum Einsatz.