Verlage und andere Website-Betreiber sind immer auf der Suche nach einer möglichen Finanzierung ihrer kostenfreien Online-Angebote. Werbebanner und Bezahlschranken werden von den Nutzern häufig als störend empfunden. Neue Wege ist nun die Website thepiratebay.org mit dem Einsatz von Browser-Mining gegangen.

Vor wenigen Tagen hat die Tauschbörse Pirate Bay die Rechenleistung ihrer Nutzer zur Generierung der virtuelle Währung Monero genutzt. Aufgefallen ist diese Aktion durch eine deutlich höhere Prozessorlast beim Besuch der Tauschbörsen-Website. Pirate Bay selbst hat die Aktion als Test eines neuen Geschäftsmodells bezeichnet. In einem Interview mit torrentfreak.com erläuterten die Betreiber von thepiratebay.org ihren Schritt. Es handelte sich demnach um eine Alternative zur Finanzierung der Website durch Banner-Werbung, indem die Tauschbörsen-Betreiber das Mining einer Kryptowährung per JavaScript direkt im Browser der Nutzer durchgeführt hat.

Digitales Geld selbst erschaffen

Grundsätzlich kann jeder Computerbesitzer selbst digitales Geld in Form von Kryptowährungen „schürfen“, wie es in der Fachsprache heißt. Im Englischen wird dieser Prozess als „Mining“ bezeichnet. Um selbst durch Mining an Bitcoin, Ethereum oder eine andere Währung zu gelangen, werden komplexe Rechnungen von einer Software durchgeführt. Kryptowährungen sind seit einigen Jahren ein Trendthema im Netz. Die wohl bekannteste dieser Internetwährungen ist Bitcoin.

Privatanwender können im Grunde nicht mehr mit professionellen Mining-Unternehmen und ihrem speziellen Equipment mithalten. Wie umkämpft die Vorherrschaft im Mining-Markt ist, zeigte sich kürzlich, als die Firma Genesis Mining eine Boing 747 charterte, nur um die für das Mining erforderliche Hardware schneller verfügbar zu haben.

Malvertising oder eine adäquate Kampagnenform

Es gibt viele Wege, Online Geld zu verdienen. Fremde CPU-Leistung mittels Malware zum Mining von Bitcoins und anderer Kryptowährungen zu missbrauchen, ist keine neue Strategie. Entsprechende Malware-Kampagnen haben in den letzten Jahren immer wieder sowohl legitim eingekaufte Werbeflächen als auch kompromittierte Websites für ihre Zwecke genutzt. Die Frage bleibt, ob Das Mining von Crypto-Geld bei angemessen dosierter Prozessorlast nicht auch als reguläre Einnahmequelle genutzt werden kann. Der Kunde muss natürlich über diese Art der Kampagnen informiert werden. Anbieter wie coinhive bieten sehr einfache Bausteine zum Einbau in die Website an. So kann die Rechenleistung der Nutzer zur Monetarisierung kostenfreier Online-Angebote beitragen. Verlage könnten so zum Beispiel ihren Lesern die Wahl lassen, ob sie für die Inhalte mit Geld oder ihrer Rechenleistung bezahlen wollen. Es bleibt spannend, ob und wie Verlage diese Kampagnenform nutzen werden.

Professionelles Bitcoin-Mining

Die TV-Sendung Galileo hat hinter die Kulissen einer Mining-Farm geworfen. Der Blick in eine solche Bitcoin-Mine zeigt, welch großer Aufwand hinter der professionellen Berechnung von Kryptowährungen steckt.